Biographie

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Dr. phil. Jens Heisterkamp

Nach Abschluss des Gymnasiums begann ich in Bochum Geschichte und Literaturwissenschaft zu studieren und lernte bald in einer Studentengruppe das Werk Rudolf Steiners kennen. Weil mir das akademische Leben zunehmend abstrakt erschien, unterbrach ich das Studium, um meinen noch nachzuholenden Zivildienst abzuleisten und arbeitete fast zwei Jahre in einer Waldorfschule für Kinder mit geistiger Behinderung in Bochum. Anschließend lebte und arbeitete ich in einer kleinen heilpädagogischen Gemeinschaft, setzte mein Studium fort und wirkte beim Aufbau der anthroposophischen Novalis-Hochschulinitiative in Dortmund mit. Mit vielen Kollegen der damaligen Zeit verbindet mich heute noch eine Freundschaft, besonders mit einigen heute Verantwortlichen der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn. Meine gesamte Studienzeit über hat mich besonders das Werk und die Persönlichkeit Herbert Witzenmanns geprägt, dem die Verbindung von Anthroposophie, Philosophie und akademischen Wissenschaften ein Anliegen war.

1988 schloss ich mein Studium mit einer Promotion über Steiners Geschichtsverständnis ab, ich heiratete meine Frau Cristi (seit 2009 sind wir als beste Freunde getrennt) und wurde in den folgenden Jahren Vater von drei wunderbaren Kindern. Ein Jahr lang arbeitete ich als Oberstufenlehrer für Geschichte an einer Waldorfschule und übernahm dann zwischen 1990 und 1992 die Herausgabe der Kriegstagebücher von Wilhelm Muehlon, einem in der Schweiz lebenden Exil-Deutschen, der die Politik und Kriegsführung der Nazis scharf verurteilte. Dessen Tochter, die unter dem Namen Irene Méline publizierte, wurde in dieser Zeit eine Art Mentorin für mich und nach ihrem Tod durfte ich ihre Aufzeichnungen „Klimmzüge“ veröffentlichen. Gleichzeitig arbeitete ich weiter in der anthroposophischen Erwachsenenbildung und begann Aufsätze in verschiedenen Zeitschriften zu publizieren.

Im Herbst 1994 trat ich eine Stelle als Chefredakteur bei der Zeitschrift Info3 in Frankfurt an, wo ich bis heute tätig bin. Mit dem Gründer und Geschäftsführer Ramon Brüll, der mir diesen Rahmen zur Entfaltung meiner Interessen und Fähigkeiten angeboten hat, verbindet mich eine besondere Freundschaft. Neben der Planung und Weiterentwicklung der Zeitschrift Info3 übernahm ich dort bald auch unternehmerische Verantwortung als Gesellschafter des Info3 Verlags. Den Frankfurter Stadtteil Niederursel, wo ich in unmittelbarer Nähe des Verlags lebe, mit seiner gewachsenen Geschichte und seinen freundlichen Nachbarn (unter anderem von der Initiative Enlightennext und von der anthroposophischen Einrichtung „der hof“) empfinde ich als so etwas wie Heimat.

Seit Beginn der 2000er Jahre engagiere ich mich im interspirituellen Dialog und wurde 2006 Mitbegründer der bis heute jährlich stattfindenden Herbstakademie Frankfurt. Seit 2009 war ich außerdem Vorstandsmitglied der Stiftung Lauenstein, deren Beirat ich heute angehöre.

Durch meine Arbeit bin ich bis heute stark mit der anthroposophischen Bewegung verbunden, für deren permanente Aktualisierung im Sinne einer aufgeklärten und weltoffenen Spiritualität ich mich einsetze. Mein Herz gehörte aber immer auch der großen Philosophie und den wahren Heldinnen und Helden einer gerechteren Welt.